|
Inklusives Lernen mit Prof. Dr. Junk

Inklusion
– ein neues Schlagwort erobert die Schulwelt. Seine Bedeutung ist umfassend und vielschichtig, der Grundgedanke
jedoch einfach. Er lautet: maximale Reduktion von jeglichen Barrieren in Bildung und Erziehung für jede einzelne
SchülerIn und damit eine zunehmende Teilhabe am Lernprozess.
Ein Schlüsselkonzept der Inklusion ist dabei die Mobilisierung von Ressourcen, was bedeutet, dass Lehrende bei der
Gestaltung ihres Unterrichts jede Möglichkeit nutzen sollten, um Lernen abwechslungs- und erfahrungsreich,
selbstbestimmt und erkenntnisgeleitet zu gestalten. Dies bedeutet unter anderem den Unterricht zu öffnen –
nicht nur methodisch, sondern auch im wahrsten Sinne des Wortes: über Experten von außen.
An der Grundschule Nübbel wird dieses Prinzip der Unterrichtsgestaltung seit Jahren praktiziert.
Beispiele eines solch inklusiven Unterrichts fanden sich in den vergangenen Monaten im Rahmen der Gesundheitsförderung
(„Teddybärkrankenhaus“ mit den Ärztinnen Marion Moseby und Cora Frischbier) und im Sportunterricht
(Skateboardunterricht bei Skateridol Laif Draasch).
Aktuell kommt das Prinzip Inklusion im Projektunterricht
der dritten und vierten Klasse zum Tragen, dessen Thema derzeit der Tropenwald ist. Ausgehend von ihren
eigenen Fragen arbeiteten sich die Schüler in das Thema ein und konnten ihr neu erworbenes Wissen mithilfe des
Biologen Prof. Dr. Wolfgang Junk erweitern, der einer Einladung des Kollegiums gern folgte und den Schülern von
seiner Forschungsarbeit in Brasilien berichtete, ihnen Fragen beantwortete und eigene Tierpräparate zeigte.
Professor Junk ist seit über 40 Jahren in Amazonien tätig und arbeitete bis zu seiner Emeritierung 2007 als Leiter
der Arbeitsgruppe Tropenökologie am Max-Planck-Institut für Limnologie in Plön. Er befasst sich noch heute mit seinen
brasilianischen und deutschen Mitarbeitern mit den riesigen Feuchtgebieten Amazoniens und des Pantanals. Da er dabei
das ganze Ökosystem im Blick hat, konnte er den Kindern einen umfassenden Einblick in die Pflanzen- und Tierwelt
geben. Auch das naturnahe Leben der Indios und die moderne Nutzung Amazoniens konnten angesprochen werden. Herr
Professor Junk zeigte sich beeindruckt von dem Kenntnisstand und der regen Mitarbeit der Schüler. Laut seiner
Aussage sind "solche modernen Lehransätze und ein solches Engagement der Lehrer, den Unterricht interessant und
praxisnah zu gestalten, vorbildlich und sollten viel öfter verwirklicht werden".
Bilder von Prof. Dr. Junks Besuch finden Sie hier.
|